Klinkerbrennvorgang

Bei dem Klinkerbrennvorgang wird aus dem Rohmehl Portlandzementklinker hergestellt. Bei w&p Zement wird der Zementklinker für den Bedarf in Österreich im Werk Wietersdorf produziert.

Der Brennvorgang wird kontinuierlich überwacht und es erfolgen auch hier permanente Analysen zur Sicherstellung der Qualität des Zementklinkers. Am Ende des Klinkerbrennvorgangs wird der Zementklinker in den Klinkersilo gefördert. Das beim Brennprozess entstehende Gas durchläuft mehrere Filter sowie die Nachverbrennung (RTO).

Beim Klinkerbrennvorgang kommen ausschließlich qualitätsgesicherte Brennstoffe zum Einsatz. Dies sind einerseits fossile Brennstoffe und Ersatzbrennstoffe, die engen Spezifikationen entsprechen.

Der Brennvorgang erfolgt in zwei Stufen – der Entsäuerung und dem Sinterprozess. Für den Brennvorgang werden heizwertreiche Brennstoffe eingesetzt. w&p ersetzt in Wietersdorf die klassischen Brennstoffe wie Steinkohle und Heizöl durch Alternativbrennstoffe wie Klärschlämme und aufbereitete Kunststoffe.

Entsäuerung:
Das Rohmehl wird im Vorwärmer auf ca. 900°C (Grad Celsius) erhitzt. Ab ca. 550°C beginnt sich Kalkstein in Calciumoxid und Kohlendioxid zu zerlegen. Dieser Vorgang, bei dem  das  CO2 entweicht, wird als Entsäuerung bezeichnet. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Trocknung von Kalk, Mergel und Ton bei der Rohmühle eingesetzt und somit vollständig genutzt.

Sintervorgang:
Nach der Entsäuerung im Vorwärmer gelangt das Material in den Drehrohrofen. Durch die Drehbewegung des schräg gelagerten Ofens übernimmt das Material eine kugelige Form an (Granalien). Hierbei gelangt es in immer heißere Ofenzonen. Bei Materialtemperaturen von etwas 1450°C bilden sich durch den Sinterprozess die Klinkermineralien. Am Ofenauslauf fallen die Klinkergranalien auf den Rost des Klinkerkühlers. Anschließend wird das Material in einem Klinkersilo gelagert.
Diese rasche Abkühlung ist notwendig, um die hydraulischen Eigenschaften des Klinkers zu erhalten. Der größte Teil der dabei entstehenden heißen Abluft wird dem Ofen direkt zugeführt und beim Brennvorgang genutzt.

Die Nachverbrennungsanlage, kurz RTO, macht das Werk Wietersdorf zu einem sauberen und nachhaltigen Leitbetrieb der Zementbranche. Der Abgasstrom durchläuft die RTO, wo dieser in einer Brennkammer für mindestens zwei Sekunden bei 850 Grad Celsius verweilt. Dabei werden über 90% der organischen Verbindungen wie Kohlenmonoxid zerstört. Somit liegt das Werk Wietersdorf deutlich unter den zulässigen Grenzwerten für organische Luftschadstoffe (TOC). Durch große keramische Wärmespeicher, mit deren Hilfe die Aufheizung und Abkühlung des Abgases in der RTO erfolgt, wird die Anlage sehr energieeffizient betrieben.

Für die Zement- und Bindemittelproduktion werden in Wietersdorf neben fossilen Brennstoffen qualitätsgesicherte Ersatzbrennstoffe eingesetzt. Diese sind thermische Kunststofffraktionen, Bioschlamm, Sägespäne, Papierreject und Faserreststoffe.